Wer demnächst in seinem Sommerurlaub am Meer eine Muschelschale findet, wird wohl kaum wissen, dass er damit ein einzigartiges Klimaarchiv in den Händen hält. Univ.-Prof. Dr. Bernd Schöne jedoch offenbaren die harten Kalkschalen einen Blick tief in die Vergangenheit unserer Erde und vor allem einen Einblick in das Klima vergangener Zeiten. "Aktuell können wir anhand von Muschelschalen die Klimageschichte der vergangenen 500 Jahre mit jährlicher Auflösung rekonstruieren und zum Beispiel nachweisen, dass sich die Nordsee im Verlauf der letzten hundert Jahre wohl unter dem Einfluss des Menschen um ein Grad erwärmt hat", erklärt der Mainzer Paläontologe. "Unsere Wissenschaft, die Mollusken-Sclerochronologie, ist recht jung und steckt noch in den Kinderschuhen. Schon bald werden wir aber zeigen können, welchen Klimaschwankungen die Nordsee und der Nordatlantik im Laufe der vergangenen Jahrtausende unterlagen und was genau sich mittlerweile verändert hat." Der Wissenschaftler, Leiter der Angewandten und Analytischen Paläontologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, hofft, längerfristig noch weiter in der Erdgeschichte zurückgehen zu können. An den Muscheln selbst sollte dies nicht scheitern: Die ersten Muscheln, die heute als Fossilien zu finden sind, entstanden vor 500 Millionen Jahren.
Muscheln sind ein einzigartiges Klimaarchiv: Die Schalen bilden.....
Mit dem Forschungsschiff SONNE zu den natürlichen Kohlendioxidaustritten im Okinawa-Trog
Geschrieben von Leibnitz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde am Donnerstag, 28. Februar 2008. Bisher wurde dieser Artikel 53 mal aufgerufen
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Unter der Leitung von Prof. Dr. Gregor Rehder, Meereschemiker am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, startet am 2. März 2008 das deutsche Großforschungsschiff SONNE von Guam (USA) im zentralen Pazifik in das ostchinesische Meer. "SUMSUN" ist der offizielle Name der Expedition, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Das Kunstwort steht für "Studien zur marinen CO2-Sequestrierung durch Untersuchung natürlicher hydrothermaler CO2-Austritte im nördlichen Westpazifik".
Ziel der Fahrt ist der tiefe Bereich des Ostchinesischen Meeres zwischen Japan und Taiwan, der so genannte Okinawa-Trog. Hier tritt in drei Gebieten zwischen 1200 bis 1600 m Wassertiefe flüssiges Kohlendioxid aus - ein weltweit einzigartiges Vorkommen.
Die Prozesse, die zu diesen CO2-Quellen führen, stellen für sich ein sehr interessantes Phänomen für die Meeresforschung dar. Dennoch ist die Expedition SUMSUN im Wesentlichen einer eher angewandten Fragestellung gewidmet: unter natürlichen Bedingungen wird untersucht, wie sich eine Deponierung von Kohlendioxid in der Tiefsee auf Meeresfauna, umgebende Sedimente und Wasserkörper auswirken könnten....