Für Holger Kohls ist es ein gewohntes Bild: Neue Gäste kommen auf die Insel Wangerooge, und der erste Gang führt schnurstracks an den Nordstrand, den Blick genießen aufs offene, unverstellte Meer. "Wir haben nichts außer unserem Horizont", sagt der Bürgermeister und Kurdirektor Kohls mit kämpferischem Unterton. Und deshalb fährt er heute aufs Festland nach Oldenburg. Dort versuchen die beiden Inselgemeinden Wangerooge und Borkum vor dem Verwaltungsgericht den Bau von zwei Offshore-Windparks zu verhindern, die nach dem Willen der Betreiber, aber auch der Landesplaner nur etwa 14 Kilometer vor den beiden Inseln aus der Nordsee wachsen sollen.
14 Kilometer aber sind "gar nichts" für den Wangerooger Bürgermeister, er fürchtet um den guten Ruf der beiden Inseln. Immerhin sollen vor Borkum 44 der riesigen Windmühlen und vor Wangerooge 18 solcher Anlagen ins Meer gestellt werden. Bis zu 150 Meter hoch.....
Geschrieben von SPIEGEL ONLINE am Freitag, 17. August 2007. Bisher wurde dieser Artikel 124 mal aufgerufen
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Fotokulisse für Politiker, Freilandlabor für Klimaforscher: Auf der arktischen Rieseninsel sehen Wissenschaftler, was dem Rest der Welt blüht. Schneller als nirgendwo sonst steigen hier die Temperaturen - sogar die Jahreszeiten verschieben sich. Und die Einwohner Grönlands finden es gut.
Grünland, Treibhauseffekt, globale Erwärmung: Wohl an keinem Ort der Erde kumuliert die Metaphorik des Klimawandels so wie auf der dänisch verwalteten Rieseninsel Grönland. Kanzlerin Angela Merkels Besuch dort werde nochmals veranschaulichen, "welche Herausforderungen auf der Menschheit ruhen", sagte Ulrich Wilhelm, der Sprecher der Bundesregierung: Jene Insel, welche die Wikinger im Mittelalter Grünland tauften, ist heute politisch ein symbolischer Hotspot.
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